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(pdr) Mit der Kirche in
die Zukunft! Austreten oder bleiben? so lauteten
Titel und Anspruch einer Podiumsdiskussion des Diözesankomitees
der Katholiken, die am Donnerstagabend im Kolpinghaus Regensburg organisiert
worden war. Der große Besuch der Diskussionsveranstaltung
etwa 250 Personen waren gekommen zeigte das Interesse einer
großen Öffentlichkeit an dem Thema. Philipp Graf Lerchenfeld,
Vorsitzender des Diözesankomitees, erläuterte in seiner
Begrüßung den Sinn der Veranstaltung: Wir möchten
mit denen reden, die unserer Kirche nicht mehr so nahe stehen.
Im Gegensatz zu früheren Jahren sei das Kirchesein heute nicht
mehr selbstverständlich. Deshalb, so von Lerchenfeld, gelte es
zu zeigen, dass wir Katholiken sind und dass wir fröhliche
Katholiken sind.
Bischof Gerhard Ludwig Müller riet davon ab, die Kirche mit
den Augen von Soziologen und Futurologen zu sehen. Gemäß
den Aussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils ist die Kirche Zeichen
und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott und für
die Einheit des ganzen Menschengeschlechts. Sie sei vorgegeben und
könne nicht einfach gemacht werden. Der Bischof bekannte, dass
es ihm in der Seele schmerzt, wenn er von einem Kirchenaustritt
erfährt, nicht weil es mir um die Statistik geht, sondern
weil ich als Seelsorger um die innerste und tiefste Gottesbeziehung
des Menschen besorgt bin. Auch wenn der Einzelne dies nicht
unbedingt so verstehe, so gehe es bei einem Kirchenaustritt doch
um die Rückbindung des Menschen an Christus. Das Versagen von
Christen könne die Glaubwürdigkeit der Kirche beschädigen.
Bischof Gerhard Ludwig forderte aber dazu auf, bei aller Empörung
den Balken im eigenen Auge nicht zu übersehen.
Gemeinsam müssten die Mängel getragen werden, wenn etwa
die Kirche in der Vergangenheit nicht richtig auf die Herausforderungen
ganzer Epochen reagiert habe. Es gebe keinen gerechten Grund, sich
von der Kirche zu distanzieren und kein Zeugnis mehr zu geben.
Albert Schmidt, Vorsitzender des Landeskomitees der Katholiken
in Bayern, sagte, Austritte und Ausschlüsse aus der Kirche
seien kontraproduktiv. Jeder Austritt ist ein Austritt zuviel.
Der tiefste Grund der Probleme sei, dass der Glaube an die Menschwerdung
Gottes in einer Krise steckt. Demgegenüber liege aber eine
Chance darin, neu zu lernen, mit Schuld umzugehen.
Außerdem regte der Vorsitzende des Landeskomitees der Katholiken
in Bayern eine Revitalisierung des Bußsakraments an. Schuld,
Vergebung und der Mensch mit all seinen möglichen tiefen Abgründen
seien Themen, die sehr vielen Menschen nahe gingen. Dr. Schmid forderte
auf, dass wir uns radikaler entscheiden. Es geht um unser
Zeugnis! Außerdem erinnerte er daran, dass die Christen
eine Vorbildfunktion in der Gesellschaft haben.
Maria-Theresia Kölbl, Diözesanleiterin der Jugendabteilung
der Gemeinschaft christlichen Lebens (J-GCL), stellte fest, dass,
nur wer in der Kirche ist, hier auch etwas bewegen könne. In
der Kirche sei man, um für andere Menschen dazusein. Und gut
sei es, dadurch gemeinsam gesellschaftlichen Einfluss zu haben.
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