Europäische Zeitgeschichte - Lech Walesa - Zeitzeugengespräch im Kaisersaal der Münchner Residenz

Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit
und das Generalkonsulat der Republik Polen
luden zu einem Zeitzeugengespräch in den
Kaisersaal der Münchner Residenz. Edmund Speiseder hat für das Diözesankomitee teilgenommen.

Für den 18. Mai 2011 - den Geburtstag Papst Johannes Paul II. - luden das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus (Landeszentrale für politische Bildungsarbeit) und das Generalkonsulat der Republik Polen zu einem Symposion: "Lech Walesa - Europäische Zeitgeschichte" in den Kaisersaal der Münchener Residenz ein.
Dr. Ludwig Spaenle, Staatsminister für Unterricht und Kultus, würdigte die Verdienste des Gewerkschaftsführers und des ehemaligen Staatspräsidenten von Polen, der den politischen Wandel Polens von einem real-sozialistischen zu einem demokratisch-marktwirtschaftlichen System organisierte. Im Jahre 1983 wurde ihm der Friedensnobelpreis verliehen.

Seinem Engagement vor allem ist es zu verdanken, dass rund zwei Monate vor dem Fall der Bauer in der deutschen Hauptstadt Berlin unter Tedeusz Mazowiecki in Warschau eine Regierung unter freiheitlichen, nichtkommunistischen Vorzeichen berufen werden konnte. Von 1990 an amtierte Lech Walesa als polnischer Staatspräsident; in seine Amtszeit fielen vor allem entscheidende Meilensteine auf dem Weg zu einem nicht nur gut-nachbarlichen, sondern auch freundschaftlichen Verhältnis zwischen Deutschland und Polen.

Im Gespräch mit Kultusminister Dr. Spaenle beschrieb Walesa auch die Rolle, die Papst Johannes Paul II für die Wende hatte, welche Rolle der Papstbesuch zu Pfingsten 1979 in Polen hatte, in dem er den Gläubigen in den Predigten von der Freiheit der Christen und des Menschen generell jene Hoffnung auf Veränderung weckte und bestätigte, die dann auch eintrat.

Lech Walesa und mit ihm große Teile der demokratischen Opposition in Polen hatten sich mit strategischem Weitblick und mit hohem menschlichen Verständnis die Erkenntnis zu eigen gemacht, dass der Weg Polens in ein freies und vereinigtes Europa gemeinsam mit einem freien und vereinigten Deutschland gegangen werden müsse. In diesem Geist wurde am 17. Juni 1991 der deutsch-polnische "Vertrag über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit" unterzeichnet. In diesem Geist hieß Lech Walesa am 1. August 1994, dem 50. Jahrestag des Beginns des Warschauer Aufstandes, Bundespräsident Roman Herzog in der polnischen Hauptstadt willkommen. Elzbieta Sobótka, die Generalkonsulin der Republik Polens, bedankte sich abschließend bei allen Gästen und Mitfeiernden und erwähnte auch, dass Kultusminister Dr. Spaenle als Jugendlicher bereits bei Kardinal Wojtyla, anlässlich eines Besuchs in München, als Ministrant dienen durfte.

Edmund Speiseder


Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle (li.)
im Gespräch mit Lech Walesa


Lech Walesa während des Vortrags



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